Die Geschichte des Regiments vom Tag der Gründung an


(Ein kurzer Überblick, teilweise nach der Schrift von Mayor Helmes aus "Das Regiment Orff")

Jung, wie das geeinte Deutsche Reich waren auch seine pfälzischen Regimenter.
Nach dem ruhmreichen Feldzug 1870/71 begann Deutschland auf allen Gebieten sich zu recken und zu strecken. Und um seine Errungenschaften erhalten und schützen zu können, musste es auch seine Heeresmacht verstärken. Da war denn der Blick des Generalstabs mit Recht nach dem Rhein gerichtet. Germersheim erhielt 1878 das 17.bayerische Infanterie-Regiment. In Germersheim selbst wurde die neue Formation erst zusammengestellt. Drei Jägerbataillone aus dem rechtsrheinischen Bayern den Grundstock. Der 15. September 1878 war der bedeutungsvolle Tag. Mit klingendem Spiel marschierten die strammen Jäger in die öde Festung. Das 6. Jägerbataillon aus Erlangen brachte 16 Offiziere und 550 Mann unter Mayor Popp. Am 16. September traf das 16. Jägerbataillon aus Straubing ein. Es zählte 15 Offiziere und 545 Mann und hatte Major Abel zum Führer.
Das 10. Bataillon, das aus Aschaffenburg kam, war das schwächste. Es wurde von Mayor von Ziegler geführt und rückte noch am 16. September in Germersheim ein. Aus diesen Jägerbataillonen war ab 1. Oktober laut einer allerhöchsten Entschließung vom 24. Juli das 17. bayerische Infanterie - Regiment gebildet worden. Es zählte zum 2.Armeekorps und erhielt Oberstleutnant Eppler zum Kommandeur. Eppler wurde wenige Wochen später zum Obersten befördert.
Kommandeur der 9. Infanterie-Brigade, die aus dem 17. und 18. Regiment bestand, war Generalmajor Freiherr von Gumppenberg. Das Regiment gehörte von 1878 bis 1. Oktober 1890 zur vierten Division, von da an zur fünften, die am 1. Oktober 1901 die Nummer "drei" bekam. Nun hatte Germersheim eine ständige Besatzung und ein eigenes Regiment. Zuvor hatten sämtliche bayerischen Infanterie - Regimenter auf kürzere oder längere Zeit abwechselnd einzelne Bataillone nach Germersheim in Garnison geben müssen. Kein Regiment war verschon geblieben. In der Regel hatte bis dahin die Besatzung aus vier bis fünf Bataillonen Infanterie, einer halben Eskadron Kavallerie, einigen Kompanien Artillerie, einer Fuhrwesenabteilung und einer Genie-Kompanie bestanden. Seine Namen erhielt das neu gegründete Regiment von dem damaligen Kommandeur des 2. Armeekorps, von Erz. Karl v. Orff, und behielt diesen Namen bis zu seiner Auflösung im Jahre 1918. Orff hatte sich diese Auszeichnung, Inhaber eines Regiments zu sein, im Kriege 1870/71 verdient, indem er als Brigadekommandeur mehrfach aus eigener Initiative die Entscheidung der Schlachten günstig beeinflusste. Er war ein energischer, weit blickender Führer. Nach seinem Tode (1895) wurde angeordnet, dass das Regiment den Namen "Orff" bis auf weiteres fortzuführen habe. Zur Bildung des 18. Infanterie-Regiments gab das Regiment "Orff" am 1.April 1891 die 11. Kompanie ab. Am 1. April 1891 verließ das 1.Bataillon die Stadt Germersheim, um die neue Garnison Zweibrücken zu beziehen. Aus dem am 2.Oktober errichteten IV. Bataillon (13. und 14. Kompanie) und dem IV. Bataillon des 18. Infanterie-Regiments wurde am 1.April 1897 das 22. bayerische Infanterie-Regiment gebildet. Das 1. Bataillon 17er kehrte nach sechsjähriger Trennung vom Regiment am 1. April 1897 wieder in die alte Garnison Germersheim zurück. Die Fahnen für die drei Linienbataillone und die Fahne des Ersatzbataillon wurden am 4. und 5. Dezember 1878 geweiht. Der Allerhöchsten Entschließung vom 24. November 1881 entsprechend, erhielten am 6. Mai 1882 die Fahnen des 1. und 2. Bataillons das Armee -Denkzeichen 1866, alle drei Fahnen aber die Kriegsdenkmünze 1870/71 aus Bronze. Am 7. Mai 1885 wurden die bisher beim Regiment aufbewahrten Fahnen in die Kommandantur verbracht.
Das im Jahre 1893 errichtete dritte Bataillon bekam infolge allerhöchster Entschließungen vom 25. Februar und 5. Oktober ebenfalls eine Fahne, die am 23. Oktober durch den kommandierenden General zu Würzburg einer Abordnung des Regiments übergeben und an 1. April 1897 mit dem Bataillon an das 23. Infanterie - Regiment abgegeben wurde. 1885 beteiligte sich das Regiment an dem großen Herbstmanöver unter Prinz Luitpold bei Alsenborn. Von 1891 bis 1895 übte die Division in der Pfalz, beteiligte sich 1893 an den Kaisermanövern in Lothringen, wo das Regiment zum ersten Mal Gelegenheit hatte, den obersten Bundesfeldherrn, Kaiser Wilhelm II. zu sehen. 1896 durfte die 5. Division , nachdem sie an den Korpsmanövern teilgenommen hatte, bei Kürnach in der Nähe von Würzburg an ihrem obersten Kriegsherrn vorbei marschieren, den sie 1897 gelegentlich der großen Parade der 11. Armeekorps und der bayerischen Kavallerie - Division bei Würzburg wiederum und zwar an der Seite des Kaisers begrüßen konnte. Im Anschluss hieran fanden in der Gegend um Hanau große Manöver statt, bei welchen erstmals die bayerische Armee unter Führung des General Inspekteurs G.K. Hoheit Prinzen Leopold von Bayern gegen eine ebenso starke Armee unter dem General der Kavallerie Grafen Haeseler übte, dann aber Kaiser Wilhelm II. persönlich eine aus dem I. und II. bayerischen sowie dem VIII. und XI. preußischen Korps bestehenden Armee gegen eine durch 22. preußische und 5. bayerischen Division markierte Westarmee führte. Seitdem wurden Divisionsmanöver abgehalten: 1898 zwischen Kusel und Steinwenden, 1899 bei Zweibrücken und Pirmasens, 1900 in der Gegend von Kaiserlautern - Lauterecken, 1901 bei Aschaffenburg und Würzburg, 1902 bei Mainbernheim und Wiesentheid, 1903 nördlich Landstuhl, 1904 um Neustadt a. d. Aisch, 1905 zwischen Kaiserslautern und Kirchheimbolanden, 1906 in der Gegen um Schweinfurt, 1907 bei Zweibrücken und Blieskastel, 1908 im Raume Mittelbexbach - Kaiserslautern - Lauterecken, 1909 nördlich von Ansbach und 1910 in Grabfeld, dem nordöstlichsten Teil des Kreises Unterfranken. Korpsmanöver fanden statt 1901 zwischen Aschaffenburg Marktheidenfeld, 1902 bei Gerolzhofen, wo eine große befestigte Feldstellung ausgehoben und verteidigt wurde. 1904 übte das Armeekorps bei Rothenburg a. d. Tauber, 1906 zwischen Hammelburg und Würzburg. 1908 nahm die 3. Division am Kaisermanöver in Elsass - Lothringen teil. 1909 fanden Korpsmanöver im Raum zwischen Kitzingen - Rothenburg a. d. T. - Ansbach und 1910 in der Gegend von Schweinfurt - Haßfurt -Gerolzhofen statt. 1898 beteiligte sich das Regiment außerdem an der von bayerischen und preußischen Pionieren durchgeführten Pionier und Festungsübung bei Germersheim. 1905 fanden Pontonierübungen bei Leimersheim südlich Germersheim statt, an die sich eine mehrtägige Festungsübung gegen Fort Friedrich anschloss. Vom 28. Juni bis 11. Juli musste das 1.Bataillon seine 4. Kompanie unter Hauptmann Hahn wegen befürchteter Unruhen in Pirmasens nach dieser Stadt verlegen. Ein Einschreiten mit der Waffe konnte unterbleiben. Im Jahre 1900 wurde das Deutsche Reich durch die Ermordung seines Gesandten in Peking schwer beleidigt. Freiwillige aus allen Abteilen des Deutschen Reichsheeres wurden aufgerufen den Schimpf zu tilgen. Von den vielen, welch sich aus dem 17.Regiment gemeldet hatten, durften 1 Offizier (Oberleutnant Danner), 56 Unteroffiziere und Mannschaften den China-Zug mitmachen. Den Jahren friedlicher Entwicklung allzu früh die eiserne Zeit.

Paradeaufstellung in der 'Zollerkaserne' Germersheim

Am 6. August 1914, kaum hatten die Glocken Sturm geläutet, stand das 17. Regiment marschbereit und nahm schon den nächsten Tag, nah einem feierlichen Gottesdienst, auf dem Exerzierplatz Abschied von der Garnison. Der Weg ging nach Lothringen. Falkenberg und St. Avold waren die Ausladestationen. Das Regiment gehörte zur 3. Division und hatte den Auftrag, den Aufmarsch der 6. Armee in Lothringen zu decken. Vorpostengefechte kamen, unerwarteter Rückzug nach Mörchingen, dann das erste siegreiche Treffen. Das Regiment marschierte nach Frankreich. In erbittertem Kampf wurden Francoville, Rozelieures und Bennezen stürmend genommen. Dann kam die Bewegung zum stehen. Sechzehn Tage hindurch wurden die Durchbruchsversuche eines hier an Menschenmassen weit überlegenen Feindes vereitelt. Die Verluste waren nicht allzu gering. Aber standgehalten hatte das Regiment. Am 11. September begann der Rückmarsch nach Metz und dort der Abtransport nach der Somme. Maricourt, Carnoy und Froquevillers wurden Hauptkampfpunkte, um die viel 17er Blut fließen musste . Hier verlor das I. Bataillon durch das eigenartige Zusammentreffen widriger Umstände seine Fahne, ohne das die Franzosen davon Besitz ergreifen konnten. Nachdem die Truppe durch Kriegsfreiwillige aufgefrischt, ging es im Eilmarsch nach Flandern. Der Sturm auf Hollebeke, die Kämpfe an der Dammstraße, am Eickhof und bei St. Cloi verspritzten viel kostbares Menschenblut, und dennoch war der Durchbruch nicht zu erzwingen. Der Bewegungskrieg war ins stocken geraten. Der Kampf ging nur noch um Gräben und Trichter mit wechselnden Erfolgen. Comines wurde die neue "Heimat" des 17. Regiments. Dort verbrachte die Truppe ihre Ruhetage. Der Stellungskrieg gestattete das. Mit Ausnahme des Arras-Intermezzos, das das Regiment auf wenige Wochen in die Abwehrkämpfe bei Renville gebracht hatte, blieb der Abschnitt bis zum Herbst des Jahres 1915 das Hauptkampfgebiet des Regimentes. Alsdann wurden Hulluch, Hohenzollernwerk und Kiesgrube die großen Leidensstationen. In nerven zernagenden Wochen und Monaten wurde Tag für Tag hier um Sprengtrichter gekämpft, um Sappenköpfe und unter der Erde drunter um die Stollen. Zäh, erbittert und unter unsäglichen Opfern. Davon erzählt noch heute der Heldenfriedhof in Carvin. Dann kam die Sommeschlacht. Ende 1916 war es, als die 17er vor Martinpuich, in der Nähe des Foureauwaldes, das Kampfgelände betraten und fast drei Wochen in dieser Hölle festgehalten wurden. Unmenschliche Anforderungen wurden da an die Nervenkraft des Einzelnen gestellt. Trotz heftiger Gegenwehr musste der Trümmerhaufen von Martinpuich bei dem Großangriff der Engländer am 15. September dem Feinde überlassen werden. Mit einem unheimlichen Aufgebot an Menschen und Material, von Tanks und Fliegergeschwadern wurde hier der deutsche Widerstand aufgesplittert. Das Regiment wanderte zur Winterruhe in den Abschnitt vor Armentieres, in den Stellung mit den schwimmenden Rosten und den dicken Betonflözen, bis das Frühjahr neue Kämpfe reifen ließ. So ging es Ostern 1917-- nach der ergötzlichen Ruhe von Wasquehal-Croix -- in die sturmfrohe Schlacht vor Arras. Gleich der erste Morgen in vorderer Linie begann mit einem Tankangiff der Engländer vor Monchy le Preux. Um kleine Wälder und Höhen ging das zähe Ringen. Angriffe und Gegenangriffe wechselten. Der englische Durchbruchsversuch scheiterte an dem eisernen Willen der deutschen Regimenter. 17er trugen mit anderen Verbänden der Division den Sturm vor und zerrieben zwei englische Brigaden. Zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, das ganze Kompanien mit gefälltem Seitengewehr und Hurra die feindlichen Linien anrannten. Die Engländer hatten die zähe Kampfesweise der Bayern vor Monchy in ihren Berichten rühmlich erwähnt.
Nach Arras kam wieder Wytschaete. Die 17er kamen in ihre alte "Heimat", ihre Feldheimat. Da war es keine Seltenheit, dass französische Zivilisten beim Einzug unserer Feldgrauen den einen oder anderen mit dem Vornamen riefen. Fronleichnam 1917 wurde für das 17. Regiment ein schwarzer Tag. Nicht nur für das Regiment, für die Division, als im Morgengrauen die Erde von einem gewaltigen Beben geschüttelt wurde. Das ganze Bataillon in der vorderen Linie flog in die Luft. Tankgeschwader überrannten die vorderen beiden Stellungen; mit Eisenhagel wurde der erste Widerstand im Keime erstickt. Ein Tag des Todes. Das Regiment hatte 34 Offiziere und nahezu 1200 Mannschaften geopfert. Im Verein mit preußischer Garde konnte am Nachmittag dieses Großkampftages vor der dritten Stellung dem englischen Durchbruchversuch Halt geboten werden. Auf diese Opfertage im Wytchaetebogen mussten Ruhetage folgen. Sie wurden in der Gegend von Französisch Lothringen zwischen Metz und Verdun dem kampfmüden Regiment zuteil. Neue Kräfte kamen aus der Heimat. Die Kompanien wurden neu zusammen geschweißt. Dann kam das Regiment im Rahmen der Division Mitte Juli südlich in die Stellung bei Chateau - Salins mit Ruhequartier in Medewich. Die Tage dort glichen einer Sommerfrische. Zwei Kilometer war der Fein entfernt. Die Ortschaften waren bevölkert. Nicht selten konnte man Bauern in den Wiesen hinter der ersten Stellung bei der Arbeit sehen. Leider ging auch diese Erholzeit rasch zu Ende. Der Sommer desgleichen. Die Herbststürme führten das Regiment auf Wanderschaft. Strapazenreiche Tage zwischen dem 7. und 25. Oktober. Champagne - Chemin des Dames. Erbitterte Kämpfe um die Höhe, die Franzosen in gewaltiger Übermacht. Die dritte Division im Ailettegrund, das 17. Regiment vor Trucy. Mit der freiwilligen Räumung der Höhe durch unsere Truppen war die Stellung ruhiger geworden. Auch der Winter war gekommen Am Chemin des Dames verlor das Regiment seinen Kommandeur, Oberst Auer. Anfang Januar bezog es Ruhestellung hinter Laon. Vorbereitung zur Frühjahrsoffensive. Strammer Exerzierdienst. Dann Einsatz Anfang Februar im Frontabschnitt La Fere. Am 21. März begann die große Schlacht, die die feindliche Linie noch einmal vollkommen aufrollte. Erst bei Lassiguy, wo der Angriff zum Stehen kam, erlitten die 17er unter dem Granathagel der feindlichen Batterien sehr schwere Verluste. Dann kam im Juni die Fortsetzung der Offensive. Ein flotter Angriff nahm den Plemontberg und warf die Franzosen über die Matz zurück. Gleichzeitig aber biss sich das Regiment in den im August einsetzenden schweren Abwehrkämpen der Franzosen fest. Verblutete und musste nach harten, verlustreichen Rückzugsgefechten herausgenommen werden. Seinen letzten Abschnitt sollte drunten es bei Verdun finden, bei Ville en Woevre.
Dann kam die große Katastrophe: Revolution, Rückmarsch Auflösung.

Über 4000 Tote und 8250 Verwundete hat das Regiment geopfert, um dem Vaterland den Feind von der Grenze fernzuhalten. Mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft unseres Volkes sind sie dahingegangen, die teueren Toten. Ihr Beispiel möge uns mahnen, auch heute wieder das Wohl des Vaterlandes, die nationalen Belange über die persönlichen, beruflichen und wirtschaftlichen Interessen zu stellen. Selbstlos! Dann waren jene Opfer nicht umsonst.
Dann dürfen wir auch an Deutschlands Zukunft wieder glauben.

Obelisk auf dem Germersheimer Friedhof mit Gedenktafel

Historische Ansicht Historische Ansicht Denkmal heute auf dem Germersheimer Friedhof

Innschrift:
Das
17. Infanterieregiment
ORFF
und ehemalige
Angehörige
des Regiments
ihren hier ruhenden
Kameraden


Die "Siebzehner" blieben unbesiegt

2007 hat ein Buch Jubiläum, das vor 80 Jahren erschienen und untrennbar mit der Rheinstadt verbunden ist. Es handelt vom Schicksal des einstigen "Königlich-bayerischen Infaterie-Regiments Orff". Erschienen ist das nach amtlichen Kriegstagebüchern bearbeitete Werk im Oktober 1927 als 52. Band in der Reihe "Erinnerungsblätter deutscher Regimenter". Die Bearbeitung stammt von Hauptmann a.D. Johann Riegel, herausgegeben wurde es vom bayerischen Kriegsarchiv.

Das Buch "Das K.B. 17. Infanterie-Regiment Orff", wie sein Titel lautet, berichtet auf 120 Seiten von dem hohen Blutzoll, den das Regiment im Ersten Weltkrieg zu leisten hatte: 3992 Tote und Gefallene, 8242 Verwundete, außerdem gerieten 1785 Angehörige in Gefangenschaft. In einer Ehrentafel sind die Namen der gefallenen Offiziere aufgeführt.

Den größten Teil nimmt die Beschreibung der Gefechte und Schlachten ein. Namentlich verzeichnet sind die Ritter des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens und die Inhaber des bayerischen Militär-Sanitäts-Ordens (unter ihnen Stabsarzt Dr. Joseph Paulin). Es sind viele pfälzische Namen aufgeführt, einige aus der näheren oder weiteren Umgebung von Germersheim. Stellenbesetzungen des Regiments füllen weitere Seiten.

Im Anhang befinden sich ausführliche Schilderungen über Fronterlebnisse. Interessant ist die Geschichte der Fahne des 1. Bataillons, die von den gefangenen Soldaten versteckt wurde und wieder in die Freiheit gebracht werden konnte. Mehrere Pläne und Skizzen sind dem Werk beigegeben, eine Anzahl von Fotos zeigen die Kriegsschauplätze und die Front.

Damit schließen die Aufzeichnungen über das am 1. Oktober 1878 gebildete Regiment, das seinen Namen nach Excellenz Generalleutnant Karl von Orff erhielt. Es blieb unbesiegt und wurde nach der Rückkehr in die Heimat am 14. Dezember 1918 in Gerolzhofen bei Würzburg aufgelöst, nachdem es 40 Jahre bestanden hatte. Untergebracht war es in der 36jährigen Friedenszeit in Germersheim in der ehemaligen Zoller- und Seysselkaserne der Festung.

Am 17. Juli 1898 wurde auf dem hiesigen Friedhof ein Denkmal für die toten Kameraden eingeweiht. Das Regiment und das Comite der ehemaligen Siebzehner, wie die Soldaten hießen, gaben dazu den Anstoß.

Heute sind in der Rheinstadt die Erinnerungen an diese Zeit fast verschwunden. Hermann Tremel und Adolf Klein gehören zu den letzten Soldaten dieses Regimentes. Letzterer ist als ehemaliger Tambourmajor noch ein Begriff. Er war nach seiner Ausbildung, die 1904 begonnen hatte, bis zum Ausbruch des Krieges Führer des Regimentsspielmannszuges. Vier Jahre war er im Feld.

Zeitungsartikel Die Rheinpfalz, 9. September 1977, von Reinhold Klotz


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