Kopfbedeckungen
Fotos u. Bericht: Stefan Merker


Der Infanteriehelm mit Spitze (sog. "Pickelhaube")

Der Infanteriehelm mit Spitze nach preußischen Vorbild löste ab 1888 den früheren Raupenhelm in Bayern ab, unterschied sich jedoch erheblich von seinem preußischen Vorbild: Für allle Ränge war ein eckiger Vorderschirm vorgesehen sowie eine gekehlte Spitze auf Kreuzblattbasis (Modell 1886; s. Abb. 1). Da die Einführung des Helmes mit der Regentschaft des Prinzregenten Luitpold zusammenfiel, wurde das gekrönte "L" durch den bayerischen Löwenschild als Wappenschild ersetzt. Die Schuppenkette mußte beim Exerzieren und im Felde durch einen ledernen Riemen, welcher schnell dank des "Knopf 91" (Ein seitlicher bajonettartiger Helmverschluss der eine bayerische Innovation darstellte und erst 1891 in Preußen eingeführt und nach dem Einführungsjahr so benannt wurde) schnell gewechselt werden konnte, ausgetauscht werden. 1896 wurde dieses Modell für die Infanterie durch das gefälligere Modell 1896 (s. Abb. 2) an den im Reiche und besonders in Preußen bestehenden Standard angepasst.

 
Abb. 1 / Helm f. Mannschaften M 1886 Abb. 2 / Helm f. Mannschaften M 1896

Die Helme des K.b.17. Infanterie-Regimentes wiesen gelbe (also Tombak- oder Messing-)Beschläge auf, wie sie bei allen Infanterie-Regimentern der bayerischen Armee (Bis auf das Infanterie-Leibregiment) verwendet wurden. Rechts wurde die schwarz-weiß-rote Reichskokarde (s. Abb. 3) getragen, Links die weiß-(oder silber-)blaue bayerische Ladeskokarde (s. Abb. 4). Reservisten trugen auf den vorderen Helmwappen das silberne Landwehrkreuz (s. Abb. 5).

   
Abb. 3 / Reichskokade   Abb. 4 / Landeskokarde   Abb. 5 / Landwehrkreuz

Es ist noch anzumerken, dass länger gediente Unteroffiziere gerne das alte Helmmodell 1886 weitertrugen, obwohl ab 1896 Jahre später das neuere Modell eingeführt wurde. Von Unteroffizieren mit Portepee wurden entsprechende Kokarden getragen.

Die Helme der Offiziere (s. Abb. 6) entsprachen äußerlich die ganze Zeit bis 1914 dem Model 1886 (vgl. Abb. 1), wiesen jedoch silberne Offizierskokarden (s. Abb. 7), einen offiziermäßigen "Perlring" um die untere Spitze sowie Sternschrauben als Befestigung der Kreuzblattbasis (s. Abb. 8) auf. Alle Beschläge waren echt vergoldet. Das Innenfutter, welches bei den Helmen der Mannschaften aus einem Lederkranz bestand, war bei den Offizierhelmen aus einem Seideninnefutter mit feinem Lederschweißband. Die Offizierhelmwappen wurden erst ab 1914 vereinfacht und denen der Mannschaften ähnlich angepasst. Bis dahin wurde das "große" bayerische Helmwappen des Modells 1886 (mit Lorbeerzweigen) getragen.


Abb. 6 / Helm f. Offiziere der Infanterie
 

Abb. 7 / Offzierkokarde
 
 

Abb. 8 / Perlring und Sternschrauben

Feld- und Schirmmützen

Ab 1873 wurden in der bayerischen Armee Feld- und Schirmmützen nach preußischem Muster befohlen, die 1890 noch einmal - im Bezug auf die Kokardenform - dem preußischen Vorbild angepasst wurden. Die Reichskokarde wurde an Schirm- und Feldmützen erst ab 1897 getragen. Bis auf die Farbgestaltung glichen die Kokarden der Mannschaften und Unteroffiziere nun völlig dem preußischen Vorbild (vgl. Abb. 9).

Lediglich die Offizierskokarde für das Land Bayern unterschied sich hinsichtlich der Formgebung deutlich vom preußischen Modell (vgl. Abb. 10).

 
Abb. 9 / Mütze f. Mannschaften (sog. Krätzchen)   Abb. 10 / Schirmmütze f. Offiziere

Die Schirmmütze für Unteroffiziere und Mannschaften

Die Schirmmütze, in ähnlicher Machart der Mütze der Offiziere, wurde anfangs neben den Offizieren nur an Unteroffiere und Feldwebel ausgegeben und wurde erst sehr spät auch den Mannschaften, allerdings nur zum Ausgehanzug, erlaubt.

Die Kokarden entsprachen bei den Unteroffizieren ohne Portepee denen der Mannschaften, die der Unteroffiziere mit Portepee denen der Offiziere.


Unteroffizier mit Schirmmütze


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